PR-19 Chris Kühn

Liebe Freundinnen und Freunde,

noch nie war ein Wahlkampf so sehr von Angst geprägt wie dieser. Aus Angst wurde Kapital geschlagen, es wurde hemmungslos polarisiert und versucht, die Gesellschaft zu spalten. Teilweise finden wir diese Politik jetzt in den Sondierungsgesprächen wieder. Ich bin froh, dass wir das konstruktive Element in diesen Sondierungen sind – das Polarisieren überlassen wir lieber den Dobrindts, Scheuers und Lindners dieser Welt.

Denn wir Grüne wollen gerade das nicht. Wir brauchen im Gegenteil Mut statt mehr Angst, wir müssen nach vorne gehen und denken statt in Schockstarre zu verfallen oder Symbolpolitik zu betreiben. Die Grüne Partei muss sich sicher angesichts der kommenden Herausforderungen weiterentwickeln. Wir müssen aber ganz sicher nicht unsere Grünen Werte aufgeben. Ich bin stattdessen überzeugt, wir müssen noch europäischer, noch sozialer und noch ökologischer werden!

In zwei Jahren stehen wir zudem mit der Europawahl und der Kommunalwahl vor sehr wichtigen Richtungsentscheidungen. Bei der Kommunalwahl möchte ich meine Erfahrung aus dem Kommunalausschuss des Bundestags einbringen. Was Europa angeht, war es nie wichtiger sich für ein starkes, solidarisches und weltoffenes Europa einzusetzen. Nie war es dringlicher, Europa zu verteidigen, als heute. Lasst uns jetzt und in Zukunft die Europa-Partei in Baden-Württemberg sein.

Gleichzeitig gibt es auch bei uns im Land drängende Probleme mit sozialer Sprengkraft. Nicht nur in meiner Heimatstadt Tübingen sind in den letzten Jahren die Mieten und Immobilienpreise explodiert. Viele Familien und Menschen mit kleinem Einkommen finden zumindest in den Ballungsräumen keine angemessene Wohnung mehr. Eine Politik, die darauf keine Antwort gibt, gefährdet unseren gesellschaftlichen Zusammenhalt. Wir müssen daher noch stärker Genossenschaften und kommunale Wohnungsunternehmen fördern. Lasst uns Baden-Württemberg zum Musterland für faire Mieten und bezahlbares Wohnen und die Wohnungspolitik zu einem Schwerpunkt unseres Kommunalwahlkampfes machen.

Aber auch bei uns Grünen gilt es, den Zusammenhalt zu stärken. Wir haben in Baden-Württemberg nicht nur grüne Hochburgen in Stadt und Land, sondern auch einige Gebiete im Ländlichen Raum, die mit Strukturproblemen kämpfen und das trotz toller und engagierter Arbeit vieler Grüner vor Ort. Um unseren Erfolg der letzten Jahre zu halten, müssen wir diese Probleme angehen. Kreisverbände, die keinen Abgeordneten haben, müssen daher noch besser betreut, informiert und ausgestattet werden.

Ich persönlich möchte mit euch weiter Brücken bauen – Brücken bauen nicht nur zwischen Berlin und Stuttgart, sondern auch innerhalb und außerhalb unserer Partei. Das war als Sprecher der Landesgruppe ebenso mein Anliegen, wie in den vergangenen Bundes- und Landtagswahlen. Ich war und bin fest davon überzeugt, dass wir nur gemeinsam erfolgreich sein können. Dafür brauchen wir Frauen wie Männer, Linke wie Realos, Neumitglieder wie alte Hasen, Grüne Jugend und junggebliebene Grüne. Kooperation statt Konfrontation innerhalb unserer Partei – dafür stand ich als Landesvorsitzender und dafür stehe ich auch heute noch.

Mit dem Votum der Landesgruppe Baden-Württemberg bewerbe ich mich erneut für den Landesvorstand. Ich will mich dafür einsetzen, dass wir den gesellschaftlichen Zusammenhalt stärken und den Zusammenhalt in unserer Partei nicht verlieren.

Dafür bitte ich um euer Vertrauen.

Herzlich

Chris

Biografie

Mit meiner Familie lebe ich in einem kleinen Dorf bei Tübingen. Nach meinem Studium der Soziologie und Politikwissenschaft habe ich an der Universität Tübingen gearbeitet. Ich war von 2009 bis 2013 euer Landesvorsitzender, Mitglied der Wahlkampfkommission und des Koalitionsausschusses. Ich bin 38 Jahre alt und seit vier Jahren Mitglied des Deutschen Bundestags. Die letzten vier Jahre war ich Sprecher für Bauen und Wohnen sowie Mitglied im Umwelt- und Bauausschuss und im Unterausschuss Kommunales.

PDF

Download (pdf)