PR-18 Harald Ebner

Liebe Freundinnen und Freunde,

unser Ergebnis bei der Bundestagswahl 2017 war zwar nicht umwerfend, aber es war das zweitbeste unserer Geschichte. In Baden-Württemberg war es das beste und das lag auch an dem mit viel Begeisterung und Professionalität von unseren Kandidat*innen geführten Wahlkampf.

Zur LDK werden wir wissen, ob es Koalitionsverhandlungen über eine Jamaika-Koalition gibt. Ohne einen Einstieg in mehr Klimaschutz und in eine Agrar- und Mobilitätswende, ohne tragbare Lösungen bei Flucht und Migration können wir dort nicht vom Platz gehen.

Möglich gemacht hat unser gutes Ergebnis in Baden-Württemberg auch die gute Arbeit des Landesvorstandes. Der Wahlerfolg der Landtagswahl 2016 war eine grandiose Gemeinschaftsleistung der Landtagsfraktion, der grünen Landesregierung, der grünen Kandidat*innen mit den Mitgliedern vor Ort, aber auch des Landesvorstandes. Und es ist eine historisch besondere Entwicklung. Während in Nachbarländern, auch Bundesländern, Grün schwächelt, ist es in BW gelungen, Grüne Politik mehrheitsfähig zu machen!

Selbstverständlich führt Regieren auch zu Kompromissen, wo man sie eigentlich gar nicht machen möchte, zu Niederlagen, wo man sie nie sehen möchte, aber auch zu Gestaltungsmöglichkeiten, wie wir sie nie hatten! Aus diesem Spagat täglich neu zu lernen, ist unsere grüne Stärke, wie ich sie in den letzten Jahren im Parteirat schätzen gelernt habe. Damit das so bleibt und wir gerade in diesem wichtigen Steuergremium über grüne Politik konstruktiv streiten und streiten können, brauchen wir eine breite Aufstellung im Parteirat. Das Gremium hat seine Rolle gefunden, im Tableau Landesregierung-Landtagsfraktion-Partei auch der Partei ausreichend Gehör zu verschaffen und grünes Profil erkennbar zu machen.

Die Wahlen 2016 und 2017 haben auch den traditionell schwachen Nordosten des Landes stärker begrünt. Von Heilbronn über Hohenlohe-Schwäbisch Hall bis zur Ostalb gibt es jetzt fünf grüne Mandate, wo bis vor sechs Jahren kein einziges war! Das liegt auch daran, dass wir als Grüne mittlerweile Politik für den ländlichen Raum nicht nur mitdenken, sondern aktiv gestalten.

Dennoch müssen wir bei Nachwuchsförderung und einer “Kaderschmiede“ für Bürgermeister*innen nachlegen.

Grüne Themen haben Konjunktur. Auch nach der Wahl bleiben Insektensterben, Glyphosat und Klimaschutz auf der Agenda. Das jetzt aufzugreifen ist unsere Verantwortung und unsere Rolle im politischen Spektrum. Daher braucht es auch Ökologen in den Parteigremien. Wer die wichtigsten ökologischen Krisen wie Nitrat, Pestizide und Antibiotika im Grundwasser, Insekten- und Vogelsterben lösen will, muss in der Landwirtschaft etwas ändern. Ich werde auch weiterhin für eine Agrarwende kämpfen, die diesen Namen verdient. Unser Ziel muss sein, eine bäuerliche und ökologisch wirtschaftende Landwirtschaft zu unterstützen, die gesundes Essen ohne Gift und Gentechnik erzeugt. Bei Glyphosat haben wir schon eine große öffentliche Problemwahrnehmung erreicht und der europäische Glyphosat-Ausstieg erscheint manchen nur noch eine Frage des Zeitpunkts.

Die baden-württembergische Landesgruppe ist mit jetzt 13 Mitgliedern die stärkste der Bundestagsfraktion. Sie hat mich einstimmig zu ihrem Sprecher gewählt und unterstützt auch meine Kandidatur für den Parteirat mit einem einstimmigen Votum.

Deshalb bitte ich auch Euch um Eure Stimme, damit ich im Parteirat weiterhin zur Vernetzung der Grünen BW mit der Bundestagsfraktion beitragen kann.

Euer

Harald Ebner

Biografie

  • Agraringenieur (Landschaftsökologie), 53 Jahre, verheiratet, 2 Töchter, 3 Enkelkinder
  • bis 2011 tätig in der Naturschutzverwaltung BW
  • seit 1999 Mitglied der UGL Kirchberg, bis 2004 Gemeinderat Kirchberg
  • seit 2002 Mitglied Bündnis 90/Die Grünen, 2008-2017 Vorsitzender KV Schwäbisch Hall, 2009-2011 und seit 2013 Mitglied im Landesvorstand
  • Programmkommission Landtagswahl 2011, Mitarbeit in grün-roten und grün-schwarzen Koalitionsverhandlungen
  • seit Mai 2011 Mitglied des Bundestages (WK Schwäbisch Hall – Hohenlohe)
  • Zuletzt Obmann im Ausschuss für Ernährung und Landwirtschaft, Fraktionssprecher für Gentechnik- und Bioökonomiepolitik
  • Sprecher der Grünen Landesgruppe Baden-Württemberg im Bundestag

PDF

Download (pdf)